von Zafra nach Los Santos de Maimona

Tag 8 – Aua, Auszeit und eine kleine Schnitzeljagd

Guten Morgen! Und… aua. 🤕

Wenn es für „chaotisch“ und „patschert“ ein Synonym gibt, dann vermutlich: Charlie. 😄

Der gestrige Sturz im Badezimmer hat mehr hinterlassen als gedacht: Die Innenseite vom Knöchel – blau und geschwollen. Der Rist – aufgeschunden. Und mein Knie auf der Meniskus-Innenseite… sagen wir so: farbenfroh und nicht gerade kooperativ.

Den Knieschoner anzuziehen war heute schon eine eigene Disziplin. So geschwollen war das Ganze noch nie. 🙈


In der Herberge lernen wir Gerti aus Salzburg kennen. Und ich sag’s euch: Die redet. In der Früh. Viel. Und das mit mir – dem klassischen Morgenmuffel. 😄 

Zum Glück kennt mich Renate. Sie übernimmt das Reden. Ich übernehme das Überleben. 👍🏻


Ohne Kaffee, ohne irgendwas im Bauch verlassen wir um 7:30 Uhr die Herberge.

Erster Stopp: Die Bar des nahegelegenen Hotels Carmen. Endlich Kaffee und etwas Süßes: €5,80.



Renate hat eine Fieberblase – also Apotheke suchen. Gefunden. Aber… die sperrt erst um 9:00 Uhr auf. Natürlich. 😄

Also weiter Richtung Los Santos de Maimona. Bergauf. Auf Asphalt.




Oben angekommen sehen wir den Ort schon vor uns. Und dann: 14 % bergab.

Durch einen Pinienhain – klingt idyllisch, ist aber trotzdem Asphalt. Unten bei der Kirche: offene Bar – Los Angeles. Perfekt.

Für jeden: 2 Kaffee, Wasser und für mich ein Tostada con Jamón y Queso.

Und plötzlich: Gerti und Hans stehen da.

Setzen sich zu uns, trinken mit – und gehen dann wieder weiter. Pilgerleben halt. 😄 Und wir? Schauen uns an… und treffen eine Entscheidung: Wir bleiben. Mein Körper braucht eine Pause. Und heute darf er sie bekommen.




Renate holt sich in der Apotheke eine Salbe für ihre Fieberblase. Und wir gehen zur Touristeninformation und organisieren den Zugangscode für die Herberge: €7 für ein Bett.

Die Herberge ist klein, aber fein: Zwei Zimmer mit je drei Stockbetten – getrennt für Männer und Frauen. Jedes Zimmer mit eigener Dusche und WC. Ein begrünter Innenhof, Küche und Speiseraum.

Wir setzen uns in den Schatten, lassen die Füße baumeln und planen die nächsten Tage.




Um 14:00 Uhr machen wir uns auf zum Plaza de España. Mehrere Restaurants, die Auswahl ist groß.

Im Gastgarten vom Casa Grande sitzt ein Pilger aus unserer Herberge: Gerry aus Ungarn, lebt in der Schweiz.

Wir setzen uns dazu. Reden. Planen. Lachen.

Ich bestelle mir Bacalao Dorado – ein typisches Gericht aus der Extremadura. Kabeljau, Erdäpfel, Ei… quasi ein Auflauf.

Und ich sag’s euch: richtig gut.

Renate nimmt Ensaladilla de Gambas – Garnelen auf Salat. George entscheidet sich für ein Schnitzel natur mit Kartoffeln.

Mein Essen, ein Glas Weißwein, Kaffee und Wasser: knapp €19.

Renate hat für ihr Essen und Getränken €10 gezahlt 





Nach dem Essen: „Nur schnell“ in den Supermarkt. Ja eh. 😄

Was folgt, ist eine kleine Schnitzeljagd durch den ganzen Ort. Alle Supermärkte, die Google Maps anzeigt? Gibt’s nicht.

Also einmal quer durch Los Santos. Und wieder zurück. Bis wir schließlich den letzten auf der Karte finden: einen großen Dia-Supermarkt. Vermutung: Der hat alle anderen überlebt. 😄

Für €18 decken wir uns ein: Früchte, Joghurt, Käse, Brot, Wein, Wasser.




Und dann zurück – in der brütenden Hitze, im Pilgertempo.

In der Herberge: ein ausgedehnter Mittagsschlaf.

Am Abend sitzen wir im Innenhof. Warm. Ruhig. Einfach nur da sein. Und plötzlich fühlt sich alles wieder leicht an. 💛



Offizielle Strecke: 4,7 km

Tatsächlich gegangen (inkl. Schnitzeljagd 🤣): 12 km

Wetter: heiße 28 Grad


Heute war kein „Leistungstag“. Heute war ein guter Tag. 🌿🥾


Buen Camino

Eure Charlie

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