Ich bin da. Und eigentlich bin ich schon längst unterwegs.

Ab wann beginnt eine Reise?

Erst dann, wenn man im Flugzeug sitzt?

Oder schon viele Stunden davor – wenn man noch den Rucksack packt, den Müll rausbringt, Lebensmittel verteilt, sich vom eigenen Kind verabschiedet?

Vielleicht beginnt sie genau dort.

Zwischen Alltagschaos und leisen Abschieden.

Mit einer Freundin, einer Flasche Wein und Gesprächen, die so gut sind, dass man völlig die Zeit vergisst.

So lange, bis der Wecker läutet.

Bis man müde, aber irgendwie auch wach fürs Leben, zum Flughafen gebracht wird.

Um 4:30 Uhr morgens ein offenes Lokal suchen – auch das gehört dazu. 😄

Und dann, trotz Streik der Lufthansa, hebt unser Flug um 6:10 Uhr pünktlich Richtung München ab.


Weiter geht’s um 9:00 Uhr nach Sevilla.

Zu diesem Zeitpunkt bin ich schon über 27 Stunden auf den Beinen.

Und trotzdem: Ich funktioniere nicht nur – ich lebe.

Vom Flughafen fahren wir mit dem Bus ins Zentrum.


Unser ursprünglicher Plan – die günstige Herberge Triana Backpackers um €16 – ist leider voll.

Also wird’s spontan das New Samay Hostel. Stockbett um €52, mitten in der Stadt. Passt.


Den Pilgerpass holen wir uns in der Librería San Pablo – für 3 Euro halte ich ihn in der Hand.

Und plötzlich wird es real.

Natürlich dürfen Tapas und ein Glas Wein nicht fehlen – im Las Tablas Sevilla lassen wir es uns gut gehen. €30 für 4 Gläser Wein, 3 Tapas und Brot. 



Fast ein bisschen zu gut. 😄

Denn beinahe hätten wir etwas Wichtiges vergessen: den ersten Stempel.

Der Ausgangspunkt des Camino ist die Kathedrale von Sevilla – und die sperrt um 18 Uhr zu.

Kurz vor knapp wird uns das bewusst.

Renate reagiert sofort.

Während ich noch genieße, läuft sie los – sie ist einfach schneller als ich. 🤣

Und rettet uns den Start.

Ohne es wirklich geplant zu haben, sind wir an diesem ersten Tag schon 12 Kilometer gegangen.

Noch bevor der Camino offiziell begonnen hat.

Und genau so fühlt es sich an:

Ich bin angekommen.

Und gleichzeitig schon mittendrin.


Buen Camino. 🌿🥾

Eure Charlie 


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