von Villafranca de los Barros nach Torremejía

Tag 10 – Geradeaus, gnadenlos ehrlich und ziemlich heiß

Gestern Abend noch ein kleines Festmahl:

Fleischlaibchen mit Brokkoli und eine Flasche Wein. Man muss sich ja belohnen. 😄


In der Früh geht’s kurz vor 7:00 Uhr los. Von unserer Herberge etwa 1 km bis zum Ortsende – Routine mittlerweile. Und dann… kommt er: Der Weg, der sich zieht. Geradeaus. Asphalt. Schotter. Und nochmal geradeaus.



Der Sonnenaufgang ist wunderschön. Links und rechts kleine Weinreben, Olivenplantagen. Alles ruhig. Alles weit.

Und gleichzeitig: richtig öd. 😄

Keine Abwechslung. Kein Schatten. Einfach nur gehen.





Es ist 9:30 Uhr. Wir haben schon ca. 13 km hinter uns – heute in Sportschuhen. Pause. Mir knurrt der Magen. Also setzen wir uns auf einen steinernen Schachtdeckel und essen unsere Weckerl. Pilger-Romantik in Reinform. 😄
Naja. Nicht ganz. Renate hatte ihren Rucksack auf den Eingang eines Ameisenbaus gestellt. Die hatten innerhalb kürzester Zeit ihren Rucksack erklommen. 🤣 🐜 




Nach 1 km eine kleine Siedlung. Kurz danach ein Picknickplatz – aber natürlich in der prallen Sonne. Also weiter. Beim Wasserwerk vorbei – kein Wasserhahn für Pilger. Frechheit eigentlich. 😉 

Nach weiteren 2 km endlich ein Olivenbaum. Schatten! Schuhe aus. Socken aus. Hose runter. Knieschoner runter. Kühlcreme aufs Knie. Mittlerweile hat es 27 Grad. Und Renate hatte prompt wieder ihre Sachen auf einen Ameisenbau gestellt. 🐜🙈





Die Hitze steht. Und wir auch – immer wieder. Pause unter Olivenbäumen, trinken, weiter. Pause, trinken, weiter. So geht das dahin.




Um 14:30 Uhr erreichen wir endlich die erste Bar in Torremejía. Kaffee. Wasser. Bier. €8. Und plötzlich fühlt sich alles wieder ein bissl menschlicher an.



Dann teilen wir uns auf: Ich gehe zum Hostal Rural Palacio de los Lastras – 
angeblich ein Bett um €16. Und ja… es ist ein Palast. 15. Jahrhundert. Wunderschön. Aber: seit Corona geschlossen. Schade. Wirklich schade.


Renate versucht ihr Glück im Hostel Milenium – auch voll. Also wieder zusammenfinden. Und dann: Albergue Rojo Plata. Zwei Betten – je €18. Passt. Einchecken. Heiße Dusche. Und dann das Beste: Den Staub in der Waschrumpel aus den Klamotten waschen. Dieser feine, allgegenwärtige Camino-Staub… der gehört irgendwie dazu. Und ist trotzdem jedes Mal wieder überraschend viel. 😄


Offizielle Strecke: 27,4 km

Tatsächlich gegangen: 31,8 km


Heute war kein spektakulärer Tag. Keine großen Highlights. Keine besonderen Begegnungen. Einfach nur: Gehen. Und manchmal ist genau das die größte Herausforderung. 🌿🥾


Buen Camino

Euro Charlie

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Ich bin da. Und eigentlich bin ich schon längst unterwegs.

von Almadén de la Plata nach El Real de la Jara

Von Castilblanco de los Arroyos nach Almadén de la Plata