von Monesterio nach Zafra
Tag 7 – Erkenntnisse, Hitze und ein Taxi (ja, wirklich 😄)
Um 6:00 Uhr aufgestanden – und ich sag’s gleich: Ich hab wunderbar geschlafen. Ein kleines Wunder nach den letzten Tagen.
Gefrühstückt, Jause gepackt und um 7:30 Uhr bei Tagesanbruch los.
Knapp 1 km bis zum Ortsrand – den kenn ich ja mittlerweile blind. 😄
Dann wird’s schön: Feldweg entlang eines Baches, sanftes Licht, ruhiger Start.
Monesterio ist bekannt für seinen Schinken – und ja, man merkt’s.
Schweineherden, Rinderherden, Ziegenherden… alles vertreten.
Dazwischen Wege, gesäumt von Bäumen.
Auf und ab, aber angenehm.
Bei der ersten Pinkelpause dann…
kommt die Erleuchtung. Ich überprüfe meinen Rucksack.
Weil mir die Worte der anderen Pilger im Kopf herumgehen: „Das sind sicher die Schmerzen vom Rucksack.“
Ich denk mir noch: Na geh…
Rucksack wieder rauf – zack, Schmerz wieder da.
Und dann beginnt mein Hirn zu arbeiten: Ohne Weste und Jacke sitzt der Rucksack ca. 1 cm tiefer. Letztes Jahr auf der Kur wurde mir gesagt, ich bin 4 cm kleiner geworden.
Macht in Summe: 5 cm Unterschied zum Zeitpunkt, als ich den Rucksack gekauft hab.
Und warum hatte ich die Schmerzen erst gestern?
Weil ich die Tage davor meine Weste zusammengerollt als Puffer auf den Schultern hatte.
Und gestern… nicht.
Aha. 😄
Problem erkannt. Problem gebannt.
Weste wieder auf die Schultern, Rucksack drauf – Schmerz weg.
Ich sag’s euch: Ich hab mich gefühlt wie ein Genie. 🤣
Nach 8 km müssen wir aufpassen – die Steinquader am Weg sind falsch gesetzt.
Kurz verwirrt, dann wieder zurück zu den gelben Pfeilen.
Und dann wird’s…zach.
Kein Schatten.
Sonne pur.
24 Grad – fühlt sich an wie 40.
Keine Bäume, nur Felder und Photovoltaikanlagen.
Nach weiteren ca. 7 km längere Pause zum Essen.
Ein paar Meter später: Bachüberquerung.
Zum Glück ragen Steine raus – also trockenen Fußes rüber.
Dann wieder bergauf.
Und die Sonne gibt nochmal alles.
Nach 3 km auf der letzten Kuppe sehen wir endlich Fuente de Cantos.
Dort wollten wir heute schlafen.
Noch 5 km – und wir stehen vor der Pilgerherberge.
Geschlossen.
Die angepriesene „Hospitales“… komplett zu.
Gegenüber: Café Bar Merino.
Also rein, Kaffee und Bier – und überlegen.
Booking.
Telefonate.
Hotels.
Nichts. Kein Bett.
Also los: Zum Hotel El Zaguán de la Plata → ausgebucht.
Zum Hotel Rural de la Fábrica → ausgebucht.
Der Concierge erklärt uns: Viele Hostels und Herbergen haben einfach geschlossen.
Der nächste Ort: Barros, nur halb so groß, 6 km entfernt – aber noch weniger Unterkünfte.
Also Entscheidung. Schweren Herzens. Taxi um €30 nach Zafra.
Weil: Die morgige Etappe wäre lang, öde, ohne Schatten – und ehrlich gesagt… für mich gerade nicht machbar.
In Zafra finden wir Platz in der Herberge „Amigos de Camino“: €15 für ein Bett.
Duschen… und dann: Ich rutsch im Badezimmer aus. Und lande voll auf meinem eh schon kaputten Knie.
Aua. 🤕
Ab in die Altstadt. Apotheke suchen – und finden. Neue Muskelcreme kaufen, die alte ist leer.
Restaurant suchen… aber Essen gibt’s erst ab 20:00 Uhr.
Also: Zwischenlösung. Schinken, Chips, Wein und Bier. Und weil’s nicht reicht: das Ganze nochmal. 😄 €30 im Restaurante Salon Romero. Danach noch schnell Wasser im Supermarkt kaufen.
Die Herberge hat keine Küche – also morgen: kein Frühstück. 😢
Offizielle Strecke: 20,5 + 6,3 + 17,5 = 44,3 km
Tatsächlich gegangen: 28,8 km
Heute war ein Tag voller Gegensätze:
Erkenntnis am Morgen. Hitze und Leere am Weg. Frust bei der Quartierssuche. Und am Ende… eine Entscheidung, die einfach notwendig war. Und wisst ihr was?
Das gehört auch dazu. Nicht nur weitergehen – sondern auch wissen, wann man anders weitergeht.
Buen Camino
Eure Charlie 🌿🥾





















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