Von Guillena nach Castilblanco de los Arroyos
Tag 3 – Autsch, Gatsch und ganz viel „Na bitte, geht doch.“
Der Abend davor war… gesellig.
Mit einem Kanadier und dem Bayern Hans haben wir eine Flasche Weißwein geleert. Also eigentlich ein ganz normaler Pilgerabend. 😄
Draußen: grauschwarze Wolken, Gewitter und sogar Hagel.
Drinnen: ich, mein Knie – und ein Pulsieren, das sich durch keine Schlafposition beeindrucken ließ. Bauch, Rücken, Seite… alles probiert. Um 2:00 Uhr früh war Schluss mit lustig – Seractil raus aus dem Rucksack.
Um 7:00 Uhr weckt mich Renate. Mein erster Gedanke: „Autsch.“ Mein zweiter: „Mein Fersensporn meldet sich auch noch. Na wunderbar.“
Frühstück: Resteverwertung deluxe. Tortilla de Patata und eine Blätterteigtasche mit Schoko vom Vortag. Geht immer.
Dann geht’s los – bergauf zur Hauptstraße. Erster Stopp im La Alacena del Tinao: 2 Kaffee um €2,80. So kann der Tag beginnen.
Weiter runter zum Fluss, über die Brücke – und plötzlich steht Hans wieder vor uns. Gemeinsam durchs Industriegebiet. Zumindest kurz. Hans legt ein Tempo vor… wir lassen ihn ziehen. Bayern halt. 😄
Dann wird’s wieder ruhig. Olivenhaine. Weite. Und – Überraschung – Gatsch.
Heute bin ich schlauer: gleich die Wanderschuhe an. Kein Herumgewechsle wie gestern.
Vorbei an Photovoltaik-Feldern, weiter durch die Landschaft, bis wir bei ein paar Kabeltrommeln rasten.
Ein Apfel. Zwei Magnesiumtabletten. Schuhe und Socken aus. Füße in die Sonne. Kleine Glücksmomente.
Dann wieder bergauf. Und plötzlich: eine englischsprachige Gruppe mit Bumbum-Box. Laute Musik. Mitten im Nirgendwo. Wir schauen uns an – und beschließen wortlos: Flucht nach vorne. 😄 Wir gehen schneller. Weil: Das hält kein Mensch aus.
Gerade hier ist die Ruhe mein Detox. Für die Ohren. Für die Augen. Für den Kopf. Die Augen scannen sowieso ständig die Umgebung – nach Pfeilen, Zeichen, Hinweisen. Der Camino lässt dich nicht schlafen, nicht einmal beim Gehen.
Ein leichter Wind kommt von vorne. Tut gut. Wirklich gut.
Heute gehen Renate und ich öfter ein Stück auseinander. Jede für sich. Das passt. Manchmal braucht’s genau das.
Auffällig heute: mehr Radfahrer als Fußgänger.
Noch eine Rast, noch ein Schuhwechsel – zurück in die Turnschuhe.
Und dann: 14:00 Uhr – Ankunft in Castilblanco de los Arroyos. Öffentliche Herberge erreicht.
Einchecken – und sofort weiter zum Supermarkt. Der schließt um 15:00 Uhr und sperrt erst wieder um 17:00 Uhr auf. Wir kommen um 14:30 Uhr an. Punktlandung! 😄 Einkauf: €22 für Proviant.
Danach ins Casa Macarena: 2 Kaffee und ein geteiltes Wasser um €3,80.
Frisch geduscht und geschniegelt geht’s später wieder hin – voller Vorfreude auf ein Pilgermenü um €10.
Denkste. 😄 Um 17:00 Uhr sperren die Speiselokale zu. Und bis 20:00 Uhr warten? Sicher nicht. Also… nochmal pilgern. Zum Supermarkt. Weitere €7 für Wurst, Käse, Tomaten und Brot.
Abendessen auf der Dachterrasse der Herberge. Mit Aussicht. Mit Müdigkeit. Mit Zufriedenheit.
Nachspeise: Mousse au Chocolat. Dazu Weißwein. Und Knabberfischlis – diesmal ohne Sesam. 😄
Offizielle Strecke: 17,2 km
Tatsächlich gegangen: 24 km
Wetter: angenehme 22 Grad
Und ich sag’s euch: Auch wenn heute einiges gezwickt hat – Knie, Ferse, Nerven bei der Musik… Ich bin weitergegangen. Schritt für Schritt.
Und genauer darum geht’s. 🌿🥾
Buen Camino
Eure Charlie

















top 🔝 … weiter so…
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