von Carrascalejo nach Alcuéscar

Tag 13 – Regen am Morgen, Segen am Abend

Um 7:15 Uhr starten wir – gemeinsam mit Johann. Es nieselt leicht.

Der Weg führt bergauf und bergab über Schotter, vorbei an Schafen. Ruhig, grau, fast ein bisschen verschlafen.




Nach 2,5 km erreichen wir Aljucén. Der Regen hört auf – perfektes Timing.

In der Bar gibt’s: Kaffee und Tostada mit Schinken und Tomate €3,90, noch ein Kaffee €1,30 und eine 1,5-Liter-Wasserflasche €1.





Gestärkt geht’s zu dritt weiter durchs Dorf und hinaus auf die Straße. Bald wieder bergab, über einen Fluss – und nach etwa 2 km zurück auf den Feldweg. Rechts von uns: ein kleines Naturparadies. Endlos wirkende Steinmauern, eine alte Römerbrücke, bizarre Felsbrocken, Eichen und Zistrosen. Der Weg zieht sich weiter bergauf durch die Bäume.




 


Kurze Pause. Noch ein Fluss. Und dann sind schon etwa 10 km geschafft.

Aber es bleibt anstrengend.

Schotterwege, stetig bergauf, die Hitze kommt zurück. 29 Grad. Mehrere Trinkpausen. Offene Landschaft mit Zistrosen und Schopflavendel.





Am höchsten Punkt steht das Wegkreuz von San Juan. Ein stiller Moment – und irgendwie merkt man: Jetzt ist der größte Anstieg geschafft.




Von da an geht’s meist bergab. Einzelne Häuser tauchen auf, werden mehr – und plötzlich sind wir in Alcuéscar.




Direkt ins Konvent der Congregación de los Hermanos de María y de los Pobres.

Ich komme an… hatsche, schnaufe – und werde sofort vom Padre gesehen. Er bietet mir einen Sessel an. Und ein Glas Wasser. Einfach so.


Ein Bett im Stockbett gibt es gegen freie Spende. Kurz Sachen abstellen – und weiter in die nächste Bar auf Kaffee und einige Kaltgetränke. €8,10

Danach Supermarkt: Vorräte und Frühstück für morgen. €10,70

Zurück ins Konvent. Duschen, richten – wieder Mensch werden. 😄


Am Abend gehen wir zur Messe ins Nebengebäude – früher ein Kinderheim, heute ein Altenheim für Männer.

Nach der Messe dürfen wir Pilger zum Altar. Der Padre gibt uns einen persönlichen Segen. Ein besonderer Moment. Still. Echt.




Danach gibt’s noch eine Führung durchs Konvent – ich passe diesmal. Renate geht mit.


Und am Ende werden wir Pilger noch eingeladen zum gemeinsamen Vesper mit dem Padre und den Hospitaleros.

Kartoffelsuppe, gegrillte Artischocken, Schweinenasen und -ohren mit Kartoffeln, Röllchen mit Fleisch-Mandel-Pastete, kandierte Feigen 😋



Offizielle Strecke: 21,9 km

Tatsächlich gegangen: 25,8

Wetter: heiß, ein paar Wolken, 29 Grad


Heute hatte alles seinen Platz: Anstrengung, Hitze, schöne Landschaft - und am Ende etwas, das man nicht planen kann: Menschlichkeit. 🌿🥾


Buen Camino

Eure Charlie


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