Ich gehe wieder los. Und ich versuche es wieder.
Manche schütteln den Kopf und fragen, warum ich mir das nochmal antue. Kilometer, Blasen, frühe Morgen, müde Beine, stille Abende mit lauten Gedanken.
Ich glaub, genau deshalb gehe ich. Weil der Weg mir nichts vormacht. Weil ich dort sehr schnell bei mir bin. Ehrlich. Ungeschminkt. Echt.
Ich starte im April in Sevilla.
Und nein – ich mag Hitze eigentlich gar nicht.
Aber ich freu mich trotzdem auf die Herausforderung. Vielleicht sogar genau deshalb. Weil ich weiß, dass Wachstum selten bequem ist. Und weil ich mir selbst wieder zeigen will, dass ich mehr kann, als meine Zweifel manchmal behaupten.
Mein Plan ist ambitioniert: 300–350 Kilometer in etwa zwei Wochen.
Nicht, um irgendwem etwas zu beweisen. Sondern mir. Für dieses gute, tiefe Gefühl: Ich kann vertrauen. Meinem Körper. Meinem Kopf. Meinem Herzen.
Und ich bin zum Glück nicht allein unterwegs.
Meine wunderbare Renate begleitet mich wieder. Sie baut mich auf, motiviert mich, tröstet mich – und kennt mich mittlerweile besser als manche Bedienungsanleitung. 😉 Zwei Wege sind wir schon gemeinsam gegangen. Sie weiß ganz genau, wie ich ticke. Das ist ein Geschenk.
Und dann ist da dieser Satz von U2, der mich schon lange begleitet:
„I still haven’t found what I’m looking for.“
Ich sing ihn nicht, weil mir etwas fehlt.
Ich sing ihn, weil ich lebendig bin. Weil ich neugierig bin. Weil ich mich nicht mit halben Wahrheiten zufriedengebe – schon gar nicht mit meinen eigenen.
Vielleicht suche ich Klarheit.
Vielleicht Vertrauen.
Vielleicht einfach mich selbst – ein Stück mutiger, weicher, echter.
Oder vielleicht darf ich mich einfach finden lassen.
Ich gehe wieder los.
Mit Respekt vor der Hitze, Lust auf die Herausforderung – und einem Herzen, das offen bleibt.
Buen Camino.
Eure Charlie 🌿🥾
Kommentare
Kommentar veröffentlichen