Von Tui nach Mos
Ich hab herrlich geschlafen… in dem alten Kloster ‚Convento de Camino’ wurden die ehemaligen Räume mit Stockbetten ausgestattet… so entstanden 4-8 Bett-Zimmer… für die Übernachtung haben wir € 19,- mit Frühstück bezahlt… um 7:30 Uhr ging es weiter… es hatte 13 Grad… angenehmes Wanderwetter und ich eingepackt wie ein Eskimo… 🤣
Da das alte Kloster schon ziemlich am Ende der Stadt war mussten wir nicht weit über Straßen bis zu den Waldwegen laufen… die Sonne kam raus, der Himmel wurde blau, die Vögel zwitscherten und ich entledigte mich Kilometer für Kilometer eines Kleidungsstücks… 🤣 wer jetzt an Striptease denkt, der denkt zu weit… 🤣 aber es wurde wirklich warm…
wir gönnten uns unseren ersten Stop - coffee time… weiter ging’s durch den Wald zur Gedenkstätte des Pilgers ‚San Telmo‘ der bei seiner Rückreise von Santiago hier an Fieber verstarb… kurz danach hörten wir Musik… mein Musikherz dachte gleich an Dudelsack… aber wer sollte mitten im Wald Dudelsack spielen??? Na er hier…
Weiter ging’s durch den Wald über einige 600-800 Jahre alte Brücken über und entlang des ‚Rio Louro‘… und dann kam die gepflasterte Straße… irgendwann kam der Hunger und wir setzten uns entlang des Weges auf eine alte Steinmauer und machten Rast… Johanna, eine Holländerin gesellte sich zu uns… während wir so da saßen, plauderten und unsere Jause verspeisten kam eine alte Dame auf uns zu und quatschte mich an - sie sprach nur spanisch - ob ich auch Motorrad fahre und deutete auf mein Kopftuch… Ich sagte nein, wir pilgern zu Fuß… dann erzählte sie uns ihre Geschichte, die ich brav auf deutsch und englisch für Renate und Johanna übersetzte… sie war vor vielen Jahren aus Brasilien gekommen um den Jakobsweg zu gehen… dann lernte sie in Tui einen Motorradfahrer (Biker) kennen und war so fasziniert von ihm, dass sie sich verliebte und bei ihm blieb…
Also ich find das furchtbar romantisch… ich spreche zwar nicht viel spanisch, aber ich versteh mindestens doppelt so viel… 😁 die nette alte Lady hat uns noch gesagt wir sollen aufpassen bei den Wegen heute entlang der Straße und lieber entlang des Flusses gehen… 👍🏻
Das war sehr hilfreich… der Weg entlang der Straße mit Wanderschuhen war echt fies… 🥾🙁 in ‚Orbenlle’ teilte sich der Weg entweder durchs Ortsgebiet mit einigen Cafés oder durch den Wald neben den Fluss… wir stoppten und diskutierten mit mit einem örtlichen Pfleger des Caminos, der zufällig mit dem Schriftsteller unseres Buches zusammen den Weg markiert hat… Sachen gibt’s??? Aber egal… das gequatschte hat meinen Flow ruiniert… ich bin leider wie ein alter Traktor… wenn man ihn startet, muss man ihn warm laufen lassen und wenn er dann läuft darf man ihn nicht stoppen sonst säuft er ab… ja, das ist dann passiert… der Motor säufte ab… als wir weiter gingen, also ich weiter humpelte, stach meine Linke Achillessehne und dann mein rechtes Knie… ich ging eckig wie ein Roboter… für den Weg am Fluss, der normalerweise in 20min zu gehen ist, brauchte ich 45min… aber dann waren wir mitten in ‚O Porriño‘… schöne Altstadt… dort machten wir 1,5 Stunden Pause… Schuhe aus, Socken aus, Kaffee trinken…☕️😉Die 6km bis Mino ging’s fast ausschließlich über Asphalt oder Steinwege… ich hätte mir doch die Laufschuhe anziehen sollen… war hart aber auch ich kam in Mos an…
Thomas, der Pole, der uns seit Tagen über den Weg läuft hat bei der Herberge schon auf uns gewartet… Nettes Quartier um € 10,- aber ohne Decke… die muss man nämlich um € 7,- kaufen…
Ich trank mit Thomas ein großes Bier 🍺 und Renate bekam ihr Achterl Weißwein… während wir uns wieder frisch machten, fing Thomas für alle zu kochen an… irgendwie hat er es schon wieder geschafft einen Haufen Mädels um sich zu scharren… 🤣🤣🤣 Buen provecho 🍝
Erkenntnis des Tages: „Pilgern ist wie Striptease in Zeitlupe – man zieht sich Schicht für Schicht aus, trifft schräge Vögel, und am Ende gibt’s Nudeln und Bier.“
Eure Charlie












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