Von Santiago de Compostela nach Negreira

Der Camino sollte, laut Buch, heute großteils über Straßen, gepflasterten Wegen oder geteerte Forststrassen führen… also hab ich heute mal die Laufschuhe an… die hatten eh schon ein tristes Leben im Rucksack… Da wir das Frühstück im Kloster nicht mit dazu gebucht hatten, mussten wir wieder mal mit leeren Magen los… dafür sahen wir den Sonnenaufgang über Santiago… Romantik pur… 


Obwohl ich noch keinen Kaffee oder etwas essbares bekommen hatte, begann ich nach einer Stunde zu quasseln… Renate war mächtig stolz auf mich… 🤣

Der Anstieg war heute sehr steil und die Ortschaften wurden immer kleiner… heute endlich mal kein Regen… es war aber auch nicht wirklich warm und der Wind blies teilweise heftig… nach 5km sah ich von der weiten schon ein Coca-Cola-Schild… Renate meinte natürlich, dass ich vor lauter Frühstückshunger zu phantasieren beginne… sie war der Meinung es war ein Stop-Schild oder ein Signal der Bahn… meine Schritte wurden schneller… hurra 🥳 ich hab eine Bar gefunden… 




Nach 2 Kaffee, einem Riesensandwich und einem Stempel war ich endlich gerüstet für den Tag… der Weg ging wieder über Asphaltstraßen weiter… steil bergauf…

Wir waren in ‚Trasmonte‘… Kaffeepause und Schuhe ausziehen… und wer kam da nichts ahnend des Weges entlang??? Mirko und Stefan… irgendwie hatten wir immer das gleiche Timing… wir hielten die beiden nicht lange auf, da sie bis Donnerstag in ‚Finisterre‘ sein wollen…




Wir gingen weiter und kamen an den angeblich schönsten Ort in Spanien an… ‚A Ponte Maceira‘… der Ort hatte wirklich den Charme eines Postkartenbildes… die alte Steinbrücke… mit dem Blick auf den Fluss… sehr schön… hab zwar nicht die romantischste Ader - bin bei Romantik eher der Elefant im Porzellanladen - aber das hab sogar ich richtig schön kitschig empfunden… 🥰




Nach einiger Zeit erreichten wir ‚Negreira‘ - unser heutiger Stop… da die öffentliche Herberge erst am Ende der Stadt ist, haben wir gleich auf dem Weg dorthin eingekauft… unser Reiseführer sagt dort gibt’s auch eine Küche… komisch??? Warum steht diesmal nicht ‚eingerichtete Küche‘ ??? Vielleicht haben sie das vergessen…



Als wir ankamen wussten wir endlich warum wir unser Campinggeschirr mitschleppten… kein Geschirr, Töpfe, Pfannen oder sonstige Utensilien… lediglich Herd, Mikrowelle und Kühlschrank gab’s… für uns auch kein Problem… da wir schon um 15:00 Uhr in der Herberge waren und es in der Sonne warm war, haben wir einfach einen Waschtag eingelegt… Ich hatte echt nichts sauberes zum Anziehen… also duschen, Bikini anziehen und alle Klamotten in die Waschmaschine… innerhalb von 1 Stunde war das Zeug an der Wäscheleine trocken…




Danach kochten wir Nudeln in der Mikrowelle ohne Salz, gaben Fertigsoße und Dosenchampignons dazu und fertig war unser Pilgermenü… als Nachspeise gab’s Schokopudding mit Schlag… ¡Buen provecho!


Erkenntnis des Tages: „Wer Nudeln in der Mikrowelle kochen kann, fürchtet sich vor nichts mehr – nicht mal vor steilen Anstiegen oder romantischen Orten!“


Eure Charlie 

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