Von Pontevedra nach O Cruceiro

Das Bett war weich, das Zimmer warm… 

Zum Frühstück gab’s ‚patata tortilla‘ vom Aldi… Renate war am Abend noch einkaufen…

Wir sind quer durch die Stadt spaziert…eine Skulptur sagte uns, dass es nur mehr 64,5 km bis Santiago sind… 


in einer Kaffee-Bar gab’s einen richtigen Kaffee…weiter ging’s vorbei an Kirchen, Klöstern und anderen alten Gebäuden bis wir aus der Stadt draußen waren…es war wieder mal viel los am Pilger-Highway…


In ‚San Amaro‘ sind wir bei einer Bar eingekehrt… ein paar Minuten später begann das erste starke Gewitter… es war Mittag und wir warteten bei Kaffee und Santiago-Torte (Mandeltorte) ab… als der Regen leichter wurde, ging’s weiter… der Regen hörte irgendwann auf und die Sonne scheinte kurz…


In ‚A Seca’ machten wir den nächsten halt… und hier wieder, kaum waren wir drin, begann das Wetter verrückt zu spielen… diesmal gab’s erbsengroße Hagelkörner… ok, jetzt brauch ich ein Bier… dazu je eine Schnitte Santiago-Torte und klebrigen Rosinenkuchen… 

irgendwann konnten wir doch weiter marschieren… von vielem gehen, konnte ich bald nicht mehr… meine linke Achillessehne, mein rechtes Knie und jetzt sogar mein Hallux gaben sich ein Stelldichein… mir war zum heulen und schreien… das Wetter mies und an mehreren Stellen gleichzeitig Schmerzen…😫

In ‚Tivo’ sind wir bei einer privaten Albergue eingekehrt… plötzlich ein Riesen Donner und wir hatten Gewitter mit Starkregen… 

Wir haben nachgefragt ob noch 2 Betten frei sind, aber alles war voll… dann essen und trinken wir mal… Nudelsalat, Bier und Kaffee… als der Regen schwächer wurde starteten wir los… das Duracell-Häschen, also ich, lief bis nach ‚Caldas de Reis‘… es war 19:30 Uhr… alle Herbergen voll… also blieb uns nichts anderes über als weiter zu gehen… während dem gehen sagte ich mir immer wieder vor: wir bekommen ein schönes, weiches, warmes Bett und eine heiße Dusche… 

wir schafften es so bis ‚O Cruceiro‘… doch hier war alles zu… wir setzten uns ins Wartehäuschen der Bushaltestelle und blätterten im Reiseführer… da kam eine junge Holländerin, die wir schon von einer anderen Herberge kannten, vorbei… ob wir mit dem Bus fahren wollten, fragte Bente uns… nö, im Zweifelsfall bleiben wir hier sitzen, denn wir haben kein Bett… das wär kein Problem, meinte Bente, denn in der Herberge wo sie schläft, wären noch Zimmer frei… also gingen wir mit… wir hämmerten und klopften an Tür und Fenster, den der Vermieter der Pilgerpension Sevi stand in der Küche und bereitete bei lauter Musik schon Speisen für morgen zu… das Lokal war nämlich heute geschlossen… nach einer Weile hörte er uns doch… wir erklären ihm die Situation und für € 35,- hatten wir plötzlich ein kuscheliges Doppelzimmer mit Bad - und heißer Dusche…


Erkenntnis des Tages:

„Pilgern ist, wenn du glaubst, du schläfst heute unter einer Bushaltestelle – und am Ende schnarchst du deluxe im Doppelbett.“


Eure Charlie 

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