Von O Cruceiro nach A Escravitude

8h schlafen… 😴 ohne Schnarcher… ohne Geraschel um 5 Uhr morgens… herrlich… echt arg, wie man sich nach über einer Woche in Bescheidenheit übt und sich über so klitzekleine Dinge freut…

Wir sind um 7:00 Uhr los und wollten von der Anhöhe den Sonnenaufgang sehen… ist uns leider nicht gelungen, denn die Wolken und der tief hängende Nebel waren zu dicht… Schade… Sonnenaufgänge sind schön… romantisch…


Gut, machen wir uns auf die Suche nach einer offenen Café Bar… schwieriges Unterfangen am Sonntag… zwischendurch  im Wald einen Stopp… mein Magen knurrt und ich hab noch keinen Kaffee… 2 Bananen und ein paar Kekse müssen reichen… 🍌 🍪 der Weg führt zwar durch den Wald aber über Asphaltstraßen… in den Wanderschuhen tun mir jetzt schon die Füße weh… 


Die erste offene Bar fanden wir erst nach 6km in ‚A Eirexe‘ neben der Kirche ‚San Miguel‘ … das Frühstück: Kaffee, Croissant und ein Stück Obst € 4,- … wir brauchten jeder aber einen zweiten Kaffee…

Der weg ging weiter großteils über Straßen… durch schmale Gassen… irgendwie sind wir nach ‚Padrón’ gekommen… dort machten wir noch einen kleinen Kaffee-Stop… weiter durch die Stadt und durch den Wochenmarkt… und wieder raus aus der Stadt… Kleine Ortschaften… meine Energie war wieder mal weg und keine Bar weit und breit… ich begann wieder mal zu jammern… vor Hunger… vor Müdigkeit… vor lauter ‚ich mag nicht mehr’… und plötzlich standen wir vor einem Automaten, der Getränke und Süßkram hatte… eine Packung Gummizeugs… den Energieschub brauchte ich jetzt… meine Muskeln waren müde von den letzten Tagen… ich aß die ganze Tüte während dem gehen fast alleine auf… 2 Stück gönnte ich Renate…. Zuckerschock… 

Kurz vor ‚Cruces‘ setzten wieder meine Schmerzen ein und wir visierten eine Bar abseits des Weges an… die war zu… die Tankstelle daneben hatte einen kleinen Shop… Renate organisierte dort eine kleine jause und ich humpelte in den Gastgarten der Bar… der war überdacht… ich lies mich in den Sessel plumpsen… kaum war Renate mit Proviant zurück, begann es fürchterlich zu schütten…

Ok… Zwangspause mit Nahrung… als der Regen leichter wurde, gingen wir weiter bis nach ‚A Escravitude‘… da trafen wir plötzlich Martina, aus Dresden, die seit 20 Jahren in Linz lebt…Martina sagt uns, dass in der Herberge, wo sie schläft noch Zimmer frei sind… wir gehen weiter bis zur öffentlichen Herberge… geschlossen… verbarrikadiert… vis-a-vis ist ein Restaurant mit Zimmervermietung… € 30,- ohne Frühstück war uns zu viel… 

also zurück zu Martina und dort eingecheckt… warmes weiches Bett und heiße Dusche 😁… die Herberge hatte erst vor 3 Wochen eröffnet… alles neu, schön sauber… sogar Swimmingpool gibt’s… den Abend ließen wir zu dritt bei Wein und Bier ausklingen..


Erkenntnis des Tages: „Am Ende zählen nicht die perfekten Sonnenaufgänge oder der makellose Weg – sondern die kleinen Wunder am Straßenrand, die unerwartete Hilfe und das Gefühl, irgendwo anzukommen.“


Eure Charlie 

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