Von Negreira nach Santa Mariña

Renate schlief noch, als ich mein Zeug zusammen gepackt hatte… sie ist gestern schon um 20:00 Uhr ins Bett… Renate gibt es zwar nicht wirklich zu, aber der Trip schlaucht sie mittlerweile auch… Ich hab mir am Abend noch über Internet unsere Blasmusikkapelle im Radio angehört… schließlich war ich ja bei einer der Aufnahmen mit meinem Saxophon live dabei…


Renate ist dann auch irgendwann aufgestanden und in den Gemeinschaftsraum gekommen… da es in dieser Herberge in der Küche nichts gab, hatten wir wieder mal kein Frühstück…

Na gut… gehen wir wieder mal ohne Frühstück… denkste… der nette ältere Spanier, der mit seinem belgischen Freund unterwegs ist, hatte gestern ein Sechserpack Joghurt gekauft und Renate und mir je eines abgegeben… zumindest ein bisschen Frühstück…


Schlussendlich sind wir bei Tagesanbruch los marschiert und hatten wieder einen wunderbaren Sonnenaufgang…

Der Weg heute war sehr steil… Anfangs verlief er über Forststraßen durch den Wald, aber irgendwann zog er sich über Landstraßen… wir hatten zwei Kaffeestops bis 10:00 Uhr und dann kam nichts mehr…


Wir gingen und gingen und es wurde immer heißer… ich hatte hin und wieder das Gefühl in der Wüste zu marschieren… 



Aber Irgendwie und irgendwann kamen wir in ‚Santa Mariña‘ an… Renates Körper streikte und meiner sowieso… hier gab es nicht nur eine Herberge sondern auch ein Restaurant… Renate ließ mich im Gastgarten zurück, bestellte mir ein Bier und checkte uns zwei Betten… ok… hier bleib ich… hier gibt’s Bier, was zu essen und ein Bett… nach 4 Bier und einem Pilgermenü schlief ich mal eine Stunde… 

frisch geduscht gesellte ich mich zu der lustigen österreichischen Runde dazu… nach ein paar Bier und Wein mussten wir zwar nochmal Essen bestellen, aber heut wars ja eh Wurscht… die beiden Mühlviertler Damen, die wir kennen lernten,  waren auch grad auf den ‚eh Wurscht‘ Trip unterwegs… nach weiteren 3 Bier und Wein schleppten wir uns die Treppen hoch… zum Glück hatten wir das Stockbett neben der Tür, denn heute wären wir auch nicht weiter gekommen…


Erkenntnis des Tages: „Der Jakobsweg zeigt dir nicht nur den Weg nach Santiago, sondern auch, dass man mit einem geschenkten Joghurt, müden Beinen und einem kühlen Bier oft näher bei sich selbst ankommt als geplant.“


Eure Charlie 

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