Von Porto nach Vila da Conde

Eigentlich wäre am Abend um 22:00 Uhr Licht aus gewesen, aber wir haben mit dem Herbergsvater bis 22:30 Uhr weiter geplaudert…

Die Nacht war kurz, da ich abends vor lauter Wein und tratschterei mein Magnesium vergessen hatte und mich der Wadenkrampf um 1 Uhr geweckt hat… 🦵die Gegenmaßnahme gestaltete sich in Anbetracht des wackeligen Stockbettes als schwierig… ich lag oben und hatte das Gefühl, dass ich in der Kabine eines Kranführers bei Seitenwind sitze…

Bis 5 Uhr durfte ich schlafen, dann begannen die ersten Pilger Licht und Lärm zu machen… um 7:30 Uhr starteten wir mit einem ausgedehnten Frühstück… Bettina, Aline und Björn, die wir gestern in der Herberge kennen gelernt hatten, gesellten sich zu uns… und so war selbst das Frühstück eine große Party…🥳


danach hatten wir uns wieder getrennt und Renate und ich hatten eine kurzweilige Zugfahrt bis zum Hafen… dort starteten wir unseren Weg Entlang der Küste… am ersten Tag sollte man den Küstenweg nehmen, da der traditionelle Weg gerade am Beginn sehr gefährlich ist… 



An der Küste fand gerade eine Surf-Meisterschaft statt… es war auch extrem windig… und noch dazu war heute Feiertag in Portugal… ,Dia da Liberdade, auf deutsch Tag der Freiheit… und es waren Unmengen an Einheimischen am Strand… änderte aber nichts daran, dass wir heute nur über Stege gehen würden… teilweise nagelneu, aber auch - und es wär ja nicht ,mein Weg‘ wenn so gar nichts passieren würde - teilweise morsch, mit nach oben stehenden Nägeln oder aufgestellten Brettern… tja, über genau so ein Brett bin ich drüber geflogen… also noch patscherter geht’s gar nicht… 🤣🤣🤣



Vorbei ging es, bei eisigen Wind und feuchten Nebel der Brandung, beim Leuchtturm ‚Boa Nova‘… teilweise mit Weste, Jacke und Tuch um den Ohren stakste ich brav hinter Renate her…die Brandung brach mit riesigen Wellen an der Küste… kleine Eidechsen 🦎 kreuzten unseren Weg… Irgendwann öffnete der Himmel seine Pforten und die Sonne schien… 



Hin und wieder führte der Weg an kleinen Fischerdörfer vorbei oder sogar hindurch… zwischendurch liefen uns Bettina und Aline immer wieder über den Weg… wir vier hatten das selbe Ziel und vereinbarten, dass die Erste, die bei der Herberge ankommt für alle 4 ein Bett reserviert…




Nach mehreren Zwischenstopps bei diversen Cafés gelangten wir schlussendlich doch nach ‚Vila da Conde‘… Etappe für heute geschafft und Aline wieder getroffen… 



In der ‚Casa de Clara’ gab es nur 25 Betten um € 7,50 - und die war voll… eine Mitarbeiterin hat aber für uns in einer anderen Herberge angerufen und die hatte noch vier Betten frei… 5 min von dieser Herberge entfernt… die haben wir genommen und auf Bettina gewartet… gemeinsam machten wir uns dann auf den Weg zur ‚Casa de Laura‘… das Bett kostete € 20,- dafür gibt’s Kaffee, Tee, Milch, Cornflakes, Marmelade und Portwein im Preis inkludiert… wir bekamen zu viert ein eigenes großes Zimmer… die Betten waren schon überzogen und selbst ein großes Handtuch lag für jeden bereit… eine wirklich heiße Dusche mit genügend Wasserdruck hat mich wiederbelebt… 🚿😁

sogar das Haarshampoo, Duschgel und selbst ein Fön waren im Preis inkludiert… wahrlich ein Luxus-Apartment für einen Pilger… so gesehen ein Glück, dass wir keinen Platz in der ersten Herberge bekommen hatten… 🛌 😜

geschniegelt und gestriegelt machten wir uns auf den Weg zu einem Lokal, die das Pilgermenü um € 10,- anboten… preislich ok, aber eigentlich wollt ich in Portugal kein Wiener Schnitzel mit Pommes… 🍟🙈 dazu noch ein Paar Bier und danach einen Verdauungsspaziergang durch die Stadt… fast alle Lokale waren geschlossen… also zurück in die Herberge und dort noch ein cerveza genommen… 🍻🍺


Erkenntnis des Tages: „Manchmal muss man stolpern, um im Luxus zu landen.“


Eure Charlie 

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