Von Pedra Furada nach Polares
Der Kaffee war schwarz… meine Laune auch… Ich hatte schlecht geschlafen… jede Stunde wurde ich durch einen tiefen Schnarcher geweckt, der wie Donnergrollen klang… auf die andere Seite drehen… Schlafsack über die Ohren… versuchen zu schlafen… eine Stunde später das gleiche Spiel… und wieder und wieder… es waren 6 Schnarcher im Zimmer… um 5:00 Uhr lag ich unten im Stockbett und starrte auf die Matratze… ich war müde… schlecht gelaunt… da begann die nette 70 jährige Kanadierin mit ihren 100 verschiedenen Säckchen zu rascheln… 🙈 muss die das hier drinnen machen??? Kann die ihren Rucksack nicht draußen im Gemeinschaftsraum packen??? Ich versuche zu schlafen!!! Um 6:00 Uhr stupste ich die Matratze über mir ein paar mal an, damit Renate wusste, dass ich eh munter bin… ihre Reaktion: „stehen wir einfach auf, es wird nicht besser“…
Renate hatte gestern bei der Rezeption 4 Nescafé Kapsel um je € 0,50 geholt… der Kaffee war schwarz… meine Laune auch…
Zum Frühstück hatten wir genug von gestern und sogar so viel, damit noch jeder ein Pausenbrot einpacken konnte…
Sonntags haben auch hier die Geschäfte eher geschlossen…
In ‚Barcelos‘ war schon alles vorbereitet für das Fest am 2. und 3. Mai… da wird der weiße Sonntag oder so gefeiert… jedenfalls war alles bunt und laut… 🎉🥳 bei einer Kirche haben wir vom öffentlichen Brunnen nochmal Wasser nachgetankt... von ‚Barcelos‘ aus ging’s weiter bis nach ‚Portela de Tamel‘… und irgendwo auf halber Strecke tat mir mein Fersensporn fürchterlich weh… ich konnte die Weingärten, die Orangen- und Zitrusbäume und die tolle Aussicht entlang der Straße gar nicht richtig genießen… auweh… 😫 aber zumindest waren nicht so viele Pilger mit dem Rad unterwegs wie die letzten beiden Tage…
Langsam dahin jammernd kamen wir um 13:00 Uhr bei der öffentlichen Herberge in ‚Portela de Tamel’ an… Pause… Schuhe auslüften… Essen… 😁 die nackten Füße im grünen Gras entspannten sich wieder… die Herberge sperrte um 14:00 Uhr auf, aber das war uns zu früh zum bleiben… wir nutzten also die Möglichkeit zum allgemeinen Klo-Gang und zum auffüllen unserer Wasserflaschen… Mirko und sein Freund blieben... ausgeruht und mit frischer Energie ging es weiter…Mein Fersensporn meldete sich erneut… wir versuchten seit ‚Polares‘ eine Unterkunft zu finden, aber alles voll… da wir nichts fanden überlegten wir auch kurz, im Freien zu schlafen… in der Nacht würde es zumindest 15 Grad haben… unsere Handy Akkus waren leer und auch das Power-Pack hatten wir schon geleert… wir befragten nämlich dauern Mr. Google nach der nächsten Herberge… wir gingen bis kurz vor ‚Navio’ und schafften es mit letzter Kraft bis zur Herberge ‚Casa da Fernanda‘… die Herbergsmutter Fernsnda war freundlich und lustig und hat uns die letzten beiden Betten zugeteilt, da die Holländerinen, die es reserviert hatten, nicht auftauchten… während wir gründlich duschten tauchte einer der Holländerinen auf und bestand auf ihre Reservierung… 🫤 Renate räumte das Bett und wartete im Garten… währenddessen kam Fernanda mit einem Zelt und einer großen Matratze… ich würde sofort im Zelt schlafen, aber Renate bestand darauf, dass ich mehr Schonung benötige… da mischte sich Karin, die Holländerin ein… sie wollte im Zelt schlafen, denn dann müsste sie das Schnarchen der anderen nicht ertragen… 💤😴 also wanderte Renate mit ihrem Zeug wieder zurück zum Bett…Um 19:00 Uhr gab’s im Haus Abendessen für alle… der Herbergsvater hatte gekocht… Kohlsuppe, Gemüse, Röstkartoffeln, kiloweise Fleisch und bunter Salat… dazu jede Menge Wein und Schnaps… es wurde in allen möglichen Sprachen gesungen… den Beginn machten unsere ‚Vermieter‘ und dann musste jeder von seinem Land ein typisches Lied zum Besten geben… 🎶 echt klasse!!!👍🏻 wir sind halt doch Glückskinder, denn was uns hier geboten wurde, hätten wir in keiner anderen Herberge erlebt… 😉
Erkenntnis des Tages: “Erschöpft und grantig losgegangen – singend und satt angekommen: Der Weg belohnt, wer ihn trotzdem geht.”
Eure Charlie











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