Von Casa de Fernanda nach Ponte de Lima
Fernanda hatte uns gestern Abend erklärt, dass es das Frühstück um 8 Uhr gibt… wir hatten noch keinen Stempel, noch nicht gezahlt und mussten leider warten… bis zum Frühstück hatten wir alles zusammen gepackt… 🎒 dann saßen wir mit all den andern Pilger am Frühstückstisch bei Eierspeise und Kaffee… auch Obst für unterwegs durften wir einpacken… gezahlt haben wir für Übernachtung, Pilgermenü, Wein, Frühstück und Proviant € 35,-… unseren Stempel haben wir dann auch endlich bekommen… 😅
Wir setzen also unseren Weg fort… nach einer halben Stunde machten wir schon wieder Pause… mir war heiß… ich wollte was kaltes trinken… noch nicht mal aus der Ortschaft raus, saßen wir im nächsten Café …🤣
der Weg war heute extrem anstrengend… meine Gedanken drehten sich heute die ganze Zeit um das richtige Schuhwerk… meine Füße schwitzen… die kleinen Zehen machten sich bemerkbar… ich brauch eine Pause… Nachdem wir bei einem kleinen Laden in ‚Campo Novo‘ ein paar Vorräte gekauft hatten, setzte ich mich vorm Geschäft hin und zog die Schuhe aus… meine Socken, meine Innensohlen und auch der Rest des Schuhs war innen total nass… Ich legte alles in die Sonne… Renate hatte im Laden in der Zwischenzeit zwei Kaffee organisiert… Ich ging barfuß zurück ins Geschäft, stellte mich auf die kalten Fliesen und seufzte erleichtert… die Kassiererin und ihre portugiesischen Kundinnen starten mich von oben bis unten an… 🙈 da ich keine Ahnung hatte was ich den Damen sagen sollte, meinte ich nur, dass ich vorher vergessen hatte genügend portugiesische Kekse mitzunehmen… 🤣 mit meinen Keksen ging ich wieder zu Renate… ihr war es in der Sonne zu heiß 🥵 sie schüttete ihren Kaffee schnell runter und deutete nur, dass sie entlang des Caminos nach einem schattigen Plätzchen sucht… Ok… da stand ich nun mit meinen portugiesischen Keksen, geschwollenen Füßen, nassen Socken und Schuhen… auch kein Problem… ich setzte mich hin, verspeiste genüsslich meine Kekse (die total gut sind - mit so einer Art Zitronencreme) und trank meinen Mocca… Und jetzt überlegte ich erst, wie ich denn nun eigentlich weiter gehen sollte… tja, dann bleibt wirklich nur die Hardcore-Variante… 🤘ich krempelte die Hosenbeine hoch, stopfte Socken und Sohlen in den Rucksack, verschnürte die Wanderschuhe außen und kramte die Flip-Flops raus… 🩴 ja, so geht’s… nachdem ich die Einkäufe auch noch im Rucksack untergebracht hatte, machte ich mich wieder auf den Weg - in Flip-Flops… 🤣Nach 300m fand ich Renate in einem kleine schattigen Park… wir blieben dort noch eine halbe Stunde und dann ging’s weiter…
Vorbei an Apfel- und Mandelplantagen ging’s holprig weiter bis bis zur Jugendherberge in ‚Ponte de Lima‘…
Einige Rad Pilger überholten uns unterwegs… da die Strecke gut geeignet für Mountainbiker ist, muss das auch einen Reiz haben… 🤔Punkt 14:00 Uhr waren wir vor der Herberge… die sperrte aber im Sommer erst um 15:00 Uhr auf… also warten… aber nicht alleine… alle paar Minuten kamen ein paar Pilger dazu…
Kurz vor 15 Uhr kam eine nette Dame auf uns wartenden und schwitzen Pilger zu…Sie sagte: in Portugal, Spanien und teilen von Frankreich gibt es einen Blackout und daher gibt’s in der Herberge keinen Strom und kein warmes Wasser… das war uns egal… wir nahmen um € 5,- trotzdem jeder ein Bett…
Die Rucksäcke stellten wir in den Schlafsaal und machten uns ungeduscht auf den Weg in die Innenstadt… im nächstbesten Café tranken wir eine Cola, denn ohne Strom gibt’s keinen Kaffee… 😫 dort erfuhren wir, dass der Flughafen auch still stand, die Flüge gecancelt wurden und alle hofften, dass die Systeme in 3-4 Tagen wieder laufen würden…
Ein paar Pilger standen vor dem Problem, dass sie nichts kaufen konnten, da sie sonst nur mit Karte oder Handy zahlten…
Wir haben Bargeld und suchten einen Supermarkt… wir mussten zwei verschiedene Geschäfte ansteuern… aber dafür haben wir für die nächsten 2 Tage eingekauft… zurück in der Herberge gab’s eine laukalte Dusche - herrlich… 🚿 dann saßen wir im Garten zusammen mit anderen Pilger und jeder teilte was er auftreiben konnte… 🎉🥳Erkenntnis des Tages: “Manchmal braucht es leere Akkus und nasse Füße, um zu merken, dass wir auch ohne perfekten Plan ankommen können.”
Eures Charlie













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