Von Oviedo nach Grado

Gestern Abend war es lange hell… in meinen Seidenschlafsack und einer kratzigen Decke drüber, hab ich eigentlich recht gut in der unteren Etage des Stockbettes geschlafen… ein 3-Bett-Zimmer zu zweit ist purer Luxus für einen Pilger..

Um 2 Uhr morgens hat mich irgendwas geweckt und ich konnte nicht mehr einschlafen… um 6:00 Uhr hab ich mich dann entschlossen doch aufzustehen… draußen ist es stockfinster… in welcher Zeitzone sind wir hier??? Frühstück: Kinder Bueno und ein billiger Automaten Kaffee 😉


Einmal quer durch Oviedo… es ist 7:30 Uhr und nicht mal ein Café hat offen… den Weg zu finden ist einfach.. nur den anderen Pilgern hinterher laufen… 
😁



Da, ein offenes Café… der Herr hat Erbarmen mit mir und so komme ich zu einem richtig guten Kaffee 
☕️ und einem kleinen Baguette gefüllt mit kalter Eierspeise mit Speck 🥓… und das ganze um satte € 3,00… also in Spanien hat die Inflation scheinbar nicht zugeschlagen…

Gestärkt mach ich mich auf den Weg… es hat 12 grad und der Himmel ist mit dunklen Wolken bedeckt…


Am Ende von Oviedo enden die Muscheln am Boden und die ersten Fliesen auf ca 70cm hohen Betonpfosten zeigen den Weg… aber nach wie vor ist der Weg asphaltiert… 

Die richtige Richtung ist leicht zu finden… entweder ist besagte Muschel auf einer Fliese abgebildet und/oder ein gelber Pfeil irgendwo angebracht…

mein linker kleiner Zeh meldet sich auch zu Wort… der wird kurzerhand mit Leukoplast abgeklebt… 

Es beginnt zu regnen…




Kurz vor Escamplero schreit mein Magen laut auf und ich mache eine kleine Pause… eine Banane 
🍌und zwei Müsliriegel später geht’s weiter… es ist 10:30 Uhr und ich hab ca 12 km hinter mir… 

Kaum eine halbe Stunde später finde ich mich in Escamplero in einem Restaurant im Villenviertel wieder… hab ein paar Dinge bestellt, obwohl ich keine Ahnung hab, was es sein könnte… die frittierten Kugeln schmecken wie ein Schmalzbrot mit Grammeln… die frittierten Sticks schmecken fleischig, aber ich kann nicht sagen nach was… der große Teller hat sich als Gordon bleu mit Pommes heraus gestellt… ich hab Hunger wie ein Bär und esse alles brav auf… eigentlich sollte jetzt wieder die Sonne ☀️ scheinen, aber es schüttet noch mehr…



Der Weg geht weiter auf und ab und vorrangig auf asphaltierten Wegen… nach über 20km Fußweg meldet sich mein rechtes Knie… doofe Schmerzen 
🤒 

Obwohl ich meinen Knieschoner anhatte, wurden die Schmerzen mehr… und weil das nicht genug war meldete sich auch der linke kleine Zeh wieder… 

Schmerzen… ich will nicht mehr weiter… ich will hier und jetzt aufhören… es schüttet noch mehr… nach einem Stück Traubenzucker entschließe ich mich doch noch die 3 km bis nach Grado zu gehen…

100m vor Grado hat ein kleines Café offen… ich schleppe mich hin und lasse mich in den Sessel plumpsen… „un Cafe con leche, por favor“… 





Ich genieße den Kaffee und die Sonne kommt auch endlich hervor… 30km zeigt die Uhr an…
Das hat man nun davon, wenn man mit den Wanderschuhen auf Asphalt läuft.. Mann bin ich doof… 🤪 

Ich schleppe mich zur Herberge… ausgebucht… neuerdings gibt es eine zweite Herberge in Grado… wunderschön… sauber… und der vino schmeckt auch… € 14 kostet die Nacht… ist wirklich sehr zu empfehlen!l



Erkenntnis des Tages: 

Mute dir nur das zu, was du auch ertragen kannst!

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