Von Borres über Polo de Alliande nach Peñesieta

Borres ist ein kleines Dorf… eine Bar und eine Herberge mit 24 Betten für 20 Einwohner… die Bar sperrt erst um 13:00 Uhr wieder auf und so bin ich ohne Frühstück los marschiert… schweigend… mürrisch… am Ortsrand Stand ein Kaffeeautomat… für € 1,- war der gar nicht mal schlecht…


Leider war wieder mal starker Nebel… macht nix… ich setz einfach einen Fuß vor den andern… 

eine Weggabelung… die entscheidende Frage: den camino de los hospitales oder den camino de la Pola nehmen?

Da bei Ersteren keinerlei Café-Symbol eingetragen war, entschied ich mich für den zweiten… das sollte sich später noch als gute Entscheidung herausstellen…


Der Weg war wieder geprägt von satten Wiesen, vielen Kühen und Pferden… bis nach la Mortera… 


In la Mortera gibt es seit März 2023 eine neue wunderschöne Herberge mit einer kleinen Bar.. endlich ein richtiger Kaffee…😁

Als ich wieder aufbrechen wollte, kamen auch schon die 3 Spanierinnen mit ihren Jausenrucksäcken sowie die polnische Deutsche vorbei… alle 4 extrem laut und mit extremen Geltungsbedürfnis… zusammen haben sie scheinbar alle Weinflaschen geleert, welche die anderen Pilger gestern stehen ließen… die 4 laufen mir seit Salas über den Weg und schlafen dann auch immer in der gleichen Herberge… die Polin trägt ihren Rucksack selbst, aber die Spanierinnen haben einen Chauffeur, der ihr Gepäck überall hin transportiert, die Betten belegt und dann auch in der Herberge schläft… naja, jedem das seine 🫤 

Alle 4 erklärten mir, dass sie den Hospitales nehmen wollten, weil die Aussicht oben sooo schön ist… Mädels das glaub ich euch gern, aber heut sicher nicht… 

Da kam auch schon der Straßburger des Weges… sichtlich angeschlagen… und schon wieder quatscht er mich auf Französisch an… er ist ja nett, aber seit Grado sag ich ihm, dass ich kein französisch kann… zumindest nicht sprechen, aber das hab ich nur gedacht und nicht gesagt… 😉

Er ist mit mir ein bisschen mitgelaufen und hat dann wieder deutsch gesprochen… siehst, geht ja… ich bin zwar auch nicht die schnellste, aber irgendwann war er mir zu langsam und wir haben uns wieder getrennt… meine Beine haben sich schön langsam dran gewöhnt und so konnte ich den heutigen Tag so richtig genießen… die Wolken rissen auf, die Sonne schien und das auf und ab des Weges machte mir gar nichts mehr aus… die Temperaturen waren bei 18-20 Grad und ein T-Shirt reichte…

Mein Blick schweifte hin und wieder rauf zum Berg und ich dachte an die 4 Damen… oben hing noch immer dichter Nebel… da werden die 4 sicher keine schöne Aussicht haben… 😉

Der meiste Teil der Strecke ging bergab… teilweise waren die Waldwege von den Wassermassen überflutet… so richtig kleine Seen waren am Weg…



Die kleinen Dörfer mit ihren urigen Gebäuden und Gehöften haben’s mir am meisten angetan… ich find die wunderschön… es fühlte sich wie ein ausgedehnter Spaziergang und nicht wie ein Wandertag an…


In Pola de Alliande machte ich eine längere Pause und kaufte noch einigen Vorrat im örtlichen Supermarkt… der Rucksack war übervoll, aber ich hatte gefühlt den ganzen Tag Hunger… dabei esse ich auch derzeit wie ein Firmling, trotzdem rutscht mir meine Wanderhose seit gestern über die Hüften und ich musste mir aus meinen Brustgurt eine provisorischen Gürtel bauen…

Ich bin dann noch weiter, zur Abwechslung bergauf, nach Peñesieta gewandert… ein Bett kostet in der Herberge € 6,- und es gibt nur kaltes Wasser… also heute mal nicht duschen… da ich schon um 15:00 Uhr dort war konnte ich den Rest des Tages faulenzen und die Sonne genießen… 😁






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